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Mann stirbt aus!

Der männliche Zell- Baustein offenbart, wer eigentlich das starke Geschlecht ist. Frauen haben die besseren Gene, und Männer sind eine sich selbst gefährdende Spezies

Männern hat die Natur einen Geburtsfehler in den Zellkern geschmuggelt: ein in Richtung Unter- gang schrumpfendes Y-Chromosom. Über das gar nicht starke Geschlecht.
Die Natur ist verdammt ungerecht. Zumindest aus der Sicht des Mannes. Als ob es an Erniedrigung nicht schon gereicht hätte, dass er nach vergleichenden Auswertungen von Kranken- und Todesstatistiken seine über die Jahrtausende hinweg bravourös gespielte Rolle als starkes Geschlecht kleinlaut abgeben musste. Aber nein. Just die männlich dominierte Wissenschaft muss noch eines draufsetzen.

Kaum hatten Forscher den molekularen maskulinen Bauplan vorgelegt, da wurde ersichtlich, dass die auf dem Y-Chromosom basierende Männlichkeit als etwas dauerhaft Marodes beschrieben werden kann. Als chronische Krankheit der Menschheit. Und weil sich die Natur mit ihrem Evolution genannten Immunsystem vor schadhaften Einflüssen zu schützen weiß, werde sie auch das Leiden Mann bald auskuriert haben - in gut 100.000 Jahren, wie der britische Genetiker Bryan Sykes prophezeit. Denn dann, lautet seine diskriminierende These, sei der Mann ausgestorben.

Wer darob nun verzweifelt und glaubt, damit wäre zeitgleich auch das Ende der Menschheit besiegelt, der oder die irrt gewaltig. Denn der Frau wird bis dahin der Untergang des Mannes völlig egal sein können. Ja viel mehr noch: Triumphierend wird sie den endgültigen Sieg im Jahrtausende andauernden Geschlechterkampf für sich verbuchen, mit ihren Nachkommen den Mann gleich neben dem Dinosaurier im Naturhistorischen Museum bestaunen. Vielleicht am Muttertag.

Fortpflanzung ohne Mann

Denn die Frau hat heute schon die Gentechniker auf ihrer Seite. Der reproduktiven Weiterentwicklung hin zu einer Fortpflanzung, die gänzlich ohne Mann auskommt, wurden in den vergangenen Jahren alle Türen und Tore geöffnet. Die Stammzell- und Klontechnik wird perfektioniert werden, was heute schon bei etlichen Säugetieren funktioniert, wird bald auch für Menschen spruchreif werden: schwanger werden, ohne Samen zu brauchen.

"Es stimmt schon irgendwie", kommentiert der Wiener Genetiker Markus Hengstschläger die einseitig apokalyptischen Thesen des an der englischen Oxford University arbeitenden Bryan Sykes: "Ohne das männliche Y-Chromosom gibt es menschliches Leben, ohne das weibliche X-Chromosom nicht." Und ganz generell: "Frauen haben eine viel bessere genetische Ausstattung als wir Männer. Wir Männer sind evolutiv betrachtet definitiv im Nachteil." Und schuld ist der Sex.

Irdisches Leben begann weiland ziemlich öde und lustlos. Mit winzigen Einzellern, die sich wie blöde pausenlos selbst kopierten. Sex kannten sie nicht. Dann, vor etwa einer Milliarde Jahren, wurde irgendwie, irgendwann, irgendwo jener Akt zum ersten Mal vollzogen, der die Welt so nachdrücklich verändern sollte: Zwei Zellen verschmolzen miteinander und tauschten ihr Erbgut aus. Endlich Sex.

Die Neuerung setzte sich durch, heute ist, um die sexuelle Fortpflanzung zu gewährleisten, der Natur keine Inszenierung zu aufwändig, keine Mühe zu groß. "Bakterien teilen sich ohne Aufwand alle 20 Minuten höchst effizient", veranschaulicht Genetiker Hengstschläger, "Menschen müssen fast 20 Jahre lang mühsam aufgezogen und aufgepäppelt werden, bevor sie sich in einem vergleichsweise sehr geringem Maße endlich einmal reproduzieren."

Überfall

Dabei mutet die Befruchtung einer Eizelle wie ein Überfall eines Schmarotzers an: Das Spermium bohrt sich wie ein Virus in die Eizelle und nutzt deren Ressourcen, um sein eigenes Erbgut von ihr kopiert zu bekommen. Das Ei, ausgestattet mit allen Nährstoffen, trägt die männlichen Gene weiter - allein auf Kosten der Mutter. Der Beitrag des Vaters ist einzig die Produktion einer winzigen Samenzelle, die zu nichts anderem taugt, als mit letzter Kraft die Eizelle zu penetrieren.

Der sich daraus entwickelnde Nachwuchs ist in den ersten sechs Wochen zunächst ganz auf Weiblichkeit eingestellt. Erst dann macht sich der Embryo auf die Suche nach den geschlechtsspezifischen Chromosomen. Findet er ein männliches Y, tritt darauf ein schicksalhaftes Gen in Aktion: SRY (die Abkürzung steht für "Sex-determining Region of the Y-Chromosome") wird angeschaltet, wenn auch nur für ein paar Stunden. Doch diese kurze Episode ist folgenreich: Das SRY-Protein stellt die Weiche, macht die heranwachsende Frau unumkehrbar zum Manne. Etwa in der zwölften Schwangerschaftswoche formt sich die männliche Genitalregion, fortan wirken auf Körper und Hirn männliche Hormone ein.

Die Substanz, die unablässig aus dem fötalen Hoden strömt, ist hochwirksam: Testosteron. Es fördert die Entwicklung der inneren männlichen Geschlechtsorgane, lässt den Penis sprießen und den Hodensack wachsen, in welchen die Hoden wandern. Diese Metamorphose von der genuinen Eva zum aus ihr geformten Adam ist allerdings eine Tragödie. Denn in vielerlei Hinsicht ist der männliche Fötus anfälliger als der weibliche - was auch im Erwachsenenalter so bleibt.

Der Quell dieses Übels sitzt in jedem männlichen Zellkern. Frauen tragen in ihren Zellen zwei vitale X-Chromosomen; diese sind weitgehend identisch und dienen wechselseitig als Sicherheitskopien, wenn auf einem von ihnen Fehler und Brüche entstehen oder gar ganze Teile wegbröckeln. Männern dagegen hat die Natur einen Geburtsfehler in den Zellkern geschmuggelt. Anstelle des zweiten X-Chromosoms besitzen sie nur ein kleines Y-Chromosom. Und dieses hat die Fähigkeit verloren, sich zu regenerieren. Die Folge: Mutationen und genetische Verluste werden vom Vater auf den Sohn vererbt. Im Laufe der Ahnenreihe sind bereits hunderte Gene dem Schwund zum Opfer gefallen. Übrig blieb molekularer Müll, der Forscher wie Bryan Sykes erschauern lässt.

Um zwei Drittel geschrumpft

In den vergangenen 300 Millionen Jahren habe das Y-Chromosom bereits zwei Drittel seiner ursprünglichen Größe eingebüßt, und dieser Trend setze sich fort, konstatiert der Brite nach genetischen Vergleichsanalysen von prähistorischen, historischen und gegenwärtigen DNA-Proben. Damit sei es unausweichlich, dass Männer aussterben werden: nach etwa 5000 Generationen, also in ungefähr 125.000 Jahren. Attestiert wird Sykes von seinem Kollegen Steve Jones, der am University College in London Genetik lehrt: "Von der Spermienzahl bis zur gesellschaftlichen Stellung sind die Träger des Y-Chromosoms im Niedergang begriffen."

Genetiker Hengstschläger, Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben, verteidigt jedoch den Status quo: "Die geschlechtliche Fortpflanzung macht nicht nur Spaß, sie hat auch einen Sinn." Die dabei zustande kommende Durchmischung des Erbmaterials mache die Nachfahren wesentlich anpassungsfähiger an sich ständig verändernde Umweltfaktoren. Und ohne diese Reproduktionsform gebe es auch keinen Individualismus.

Wenngleich das männliche Individuum wegen seines fehlenden zweiten X-Chromosoms natürlich bevorzugt all jene Krankheiten bekommt, die ihre Ursachen auf diesem genetischen Teilstück haben, das Frauen durch ihre Chromosomenkopie abgesichert hätten. Die Bluterkrankheit etwa, oder die Rot-Grün-Blindheit, eine Form der Muskeldystrophie und etliches andere mehr. Und ob seiner vermehrten Testosteronproduktion lebt der Mann risikoreicher, richtet mehr Schaden an und stirbt früher. Ganz abgesehen von seinem Richtung Untergang schrumpfenden Y-Chromosom.

Derart betrachtet, ist der Mann im Vergleich zur Frau natürlich ein genetisches Abfallprodukt. Aber an ein Aussterben des maskulinen Geschlechts will Hengstschläger nicht denken. Auch wenn er, der Zukunft der Menschheit eingedenk, unumwunden zugibt: "Brauchen tut es uns Männer eigentlich nicht, Frauen sind für das Leben und Überleben viel besser gerüstet als wir. Aber ich denke doch, dass vieles viel einfacher zu bewältigen ist, wenn es gemeinsam angegangen wird. Nicht nur der Muttertag

Die Zukunft ist weiblich

Die Zukunft ist weiblich, behaupten Genetiker! Männer werden überflüssig und sterben einfach aus

Schon in den Schulen sind Mädchen die Klügeren!

Erst war der Affe, dann der Mann. Die Zukunft gehört den Frauen. Britische Genetiker wie Steve Jones und Bryan Sykes prophezeien den Untergang des Mannes, der ein "Irrtum der Natur" sei. Schuld am Aussterben Adams hat das störungsanfällige Y-Chromosom. Der Kampf der Geschlechter nimmt eine überraschende Wendung zugunsten der Frauen...

Genetiker und Feministinnen sind sich einig: Männer verhalten sich wie Parasiten. Wie Bandwürmer etwa, die zu Lasten ihres Wirts in Saus und Braus leben, ohne zu Kost und Logis etwas beizutragen. Genetiker begründen diesen uncharmanten Vergleich allerdings mit präzis-wissenschaftlicher Sachlichkeit: "Männer übertragen ihr Erbgut auf die Frauen, ohne sich bei der Produktion von Nachwuchs weiter anstrengen zu müssen", sagt der britische Genforscher Steve Jones. So weit, so bekannt, doch Jones setzt noch eins drauf: "Männer sind - biologisch gesehen - reduzierte Frauen." Nicht das starke Geschlecht also, sondern das zweite. Und als solches "ein Irrtum der Natur", wie der Untertitel seines Buchs "Der Mann" (ab 10. September bei Rowohlt) postuliert.

Diesen Irrtum machen Genetiker wie Jones oder sein Kollege Bryan Sykes von der Universität Oxford am kleinen Unterschied zwischen Mann und Frau fest - dem Y-Chromosom. Das im Vergleich zum X-Chromosom winzige, verstümmelt wirkende Teilstück der Genkartei des Menschen wurde erst vor hundert Jahren (von einer Forscherin) entdeckt. Seine wichtigste Funktion: Es entscheidet, ob eine befruchtete Eizelle zum Mann heranreift oder weiblich bleibt. Die Weiche in Richtung Mann stellt das SRY-Gen ("sex-determing region of the Y") etwa einen Monat nach der Befruchtung, es sorgt dafür, dass sich Hoden entwickeln, in denen das Männerhormon Testosteron gebildet wird.

Auslaufmodell Mann
Doch der Preis der Männlichkeit ist hoch. Dem Y-Chromosom, das als einziges unter den 23 Chromosomenpaaren des Menschen kein identisches Gegenstück hat, fehlt die Möglichkeit, sich wie die XX-Erbteilchen mithilfe ihrer Kopie zu reparieren. Einmal aufgetretene Mutationen, etwa durch schädliche Umwelteinflüsse oder Giftstoffe (Alkohol, Nikotin) hervorgerufen, wird der Träger und Vererber der beschädigten Erbinformation nicht mehr los. Die Lehre, die Genetiker wie Steve Jones daraus ziehen: "Das Y-Chromosom ist langfristig gesehen im Verfall begriffen, der Mann ist ein Auslaufmodell der Evolution."

Weibliche Zeitalter steht bevor
Und die Menschheit stehe bereits jetzt am Beginn eines "weiblichen Zeitalters", verkündet Jones. Viele Indizien stützen seine These. Trotz ihrer Mehrfachbelastung durch Beruf, Haushalt und Familie haben Frauen eine höhere Lebenserwartung als Männer. Heute geborene Frauen haben statistisch noch 81,58 Jahre vor sich, Männer 75,59. Jede einzelne Todesart, mit Ausnahme von Alzheimer, schlägt bei Männern stärker zu Buche als bei Frauen - sie sterben früher an Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, liegen bei Leberzirrhose sogar weit vorne in der Sterbetafel. Rund viermal so viele Männer setzen ihrem Leben selbst ein Ende, auch Unfälle und Mord bringen signifikant mehr Männer in den Sarg als Frauen.

Tod am Golfplatz!
Die höhere Sterblichkeitsrate an teilweise durchaus heilbaren Krankheiten liegt zum einen daran, dass die meisten Männer erst zum Arzt gehen, wenn sie vor Schmerzen schreien, während mehr als die Hälfte der Frauen regelmäßige Kontrolluntersuchungen machen lässt. Dazu kommt aber auch, dass Männer offensichtlich stärker das Risiko suchen als Frauen: Sie trinken mehr Alkohol, rauchen mehr Zigaretten, neigen zu Raserei am Steuer und pflegen gefährlichere Hobbys. Das führt sogar dazu, dass in Großbritannien mehr Männer als Frauen auf dem Golfplatz ihr Leben aushauchen, wie Steve Jones berichtet: Sie sterben durch Blitzschlag, weil sie selbst bei Gewitter ungerührt weiter putten.

Der Mann ist selbst sein größter Feind
Diese Statistiken beweisen vor allem eines, so Jones: Das Y-Chromosom und das Testosteron sorgen dafür, dass der größte Feind des Mannes er selbst ist. Die Testosteron-beheizte Aggressivität, die zu leichtfertigem Umgang mit der eigenen Gesundheit und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führt, sehen Genetiker weniger in gesellschaftlichen Umständen begründet, wie Soziologen das tun, sondern erklären sie zur angeborenen Schwäche. "Frauen schlagen ausgesprochen selten jemanden grün und blau, sie werden weder Tyrannen, noch zetteln sie Kriege an", meint der Genetiker Bryan Sykes von der Universität Oxford. Der Grund dafür - seine Landsfrau Margaret Thatcher, die für den Falklandkrieg verantwortlich zeichnete, mag als Ausnahme gelten - liege am Y-Chromosom, dem "kränklichsten, überflüssigsten und parasitärsten Chromosom" aller 46 Chromosomen.

Länger leben durch Kastration
Die Kastration schenkt Männern dreizehn zusätzliche Lebensjahre. Die zerstörerische Kraft der Männlichkeit beweist eine Studie, die Steve Jones zitiert. In den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden in Amerika viele junge Männer wegen leichter geistiger Behinderungen oder kleinkrimineller Delikte kastriert. Die meisten von ihnen sind inzwischen tot, doch alle ihrer Männlichkeit und somit der Testosteronquelle Beraubten haben im Durchschnitt dreizehn Jahre länger gelebt als ihre unverstümmelten Altersgenossen. Männer zerstören sich selbst, schlussfolgert Jones daraus und fordert seine Geschlechtsgenossen auf, destruktive Verhaltensweisen zu korrigieren.

Dem Untergang des Mannes kann sein Kollege Bryan Sykes allerdings durchaus Positives abgewinnen. Die Welt ohne Männer würde nicht länger vom "Donner zusammenprallender Geweihe und den grauenvollen Auswirkungen blutiger Konflikte" erfüllt sein. Auch Sykes' Forschungsergebnisse zum Thema Y-Chromosom, die er unabhängig von seinem Londoner Kollegen Steve Jones anstell-te, liegen demnächst in Buchform vor. "Keine Zukunft für Adam" heißt sein populärwissenschaftlich geschriebenes Sachbuch, das im Oktober bei Lübbe erscheint.

In 125.000 Jahren heißt es "Aus" für den Mann
Männer sterben aus, weil das Y-Chromosom unaufhaltsam zerbröckelt. Das Fazit, das er darin zieht, klingt bitter: "Das Y-Chromosom zerbröckelt vor unseren Augen. Und es gibt keinen Anlass zu glauben, dass dieser Verfall aufhaltbar oder gar reversibel sein könnte." Sykes wagt sogar die Prognose, dass Männer vollständig vom Erdboden verschwinden werden, weil das Y-Chromosom unaufhaltsam mutiere und sich dabei selbst zerstöre. Der Zeithorizont, den er ansetzt, sollte freilich jeden Mann beruhigen, der gerade ein Abo fürs Fitnesscenter erworben oder seine Ersparnisse an der Börse investiert hat: In etwa 125.000 Jahren, schätzt Sykes, dürfte der letzte überlebende Mann sich einer drückenden Mehrheit von Frauen gegenübersehen.

Für andere Zwecke als Entertainment würde frau in jener fernen Zukunft Männer ohnehin nicht brauchen, da das Klonen lange vorher die herkömmliche Fortpflanzungsmethode ersetzt haben würde, spinnt Sykes seine These fort. Noch sei es zwar nicht gelungen, Säugetiere zu klonen, wie das Beispiel des Klonschafs Dolly zeige. Doch der Gentechniker traut seinen Kollegen zu, auch diese Hürde zu bewältigen.

Im Kampf der Geschlechter haben Frauen die Gentechnik auf ihrer Seite. Über die letzten Jahrtausende standen Männer als führendes Geschlecht da: Durch wirtschaftliche und soziale Dominanz, bewusste Unterdrückung der Frauen und deren Aussperrung von Bildungsstätten und politischem Einfluss waren Männer in allen Bereichen die Entscheider.

X-Chromosom hat Gen-Technik als Verbündeten!
Diese männliche Vormachtstellung, so zeigt sich jetzt, war ein Pyrrhussieg. Denn das X-Chromosom der Frauen hat im Gegensatz zum Y-Chromosom der Männer nicht nur die Natur, sondern auch die Gentechnik auf seiner Seite. Mit deren Hilfe sieht die Zukunft weiblich aus - und die der Männer hat sich erübrigt. "Sie werden nicht mehr gebraucht", prophezeien Sykes und Jones unisono. Damit entscheiden die Frauen in einer erstaunlichen Wendung den Kampf der Geschlechter endgültig zu ihren Gunsten.

Und in diesem Kampf gehen schon jetzt die Frauen als klare Siegerinnen hervor. Auch in Bereichen, in denen Frauen sich erst mühsam ihren Platz erkämpfen mussten, haben sie aufgeholt oder befinden sich bereits auf der Überholspur. Noch in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts verdienten Frauen nur die Hälfte dessen, was Männer bekamen. Inzwischen hat sich die Differenz auf 22,8 Prozent verringert, wie Frauenministerin Maria Rauch-Kallat diese Woche stolz verkündete.

Der Zugang zu Universitäten war Frauen vor hundert Jahren noch gänzlich oder zumindest in Teilbereichen versperrt. Inzwischen sind mehr Frauen als Männer inskribiert, nur in wenigen technischen Studienrichtungen und Fachhochschulen dominieren noch Männer die Hörsäle. Und: Fast alle Frauen, die ein Studium beginnen, schließen es inzwischen auch ab - die Geschlechterquote der Absolventen liegt bei fifty-fifty. Der Marsch dieser hochgebildeten Frauen durch die Institutionen und in die Berufswelt wird nicht aufzuhalten sein, auch wenn derzeit das lehrende Personal an den Hochschulen noch überwiegend mit Männern besetzt ist und in den Unternehmen weibliche Führungskräfte mit der Lupe gesucht werden müssen.

Frauen sind ideal für New Economy
Die New Economy ist eine Welt, geschaffen für die Frauen. Kaum fielen die Ketten des Patriarchats, drängten Frauen unaufhaltsam an die Spitze. Die geänderten Anforderungen der Arbeitswelt begünstigen sie. Seit in den Fabriken Roboterarme muskulöse Männerbizepse überflüssig gemacht haben und die New Economy mit ihren kommunikationsorientierten

Frauen als klügeres Geschlecht
Jobs nach Mitarbeitern verlangt, die als weiblich geltende Talente mitbringen - kommunikative Skills, soziale und emotionale Intelligenz -, ist "die Arbeitswelt zur Welt der Frauen geworden", wie das US-Magazin "BusinessWeek" in einer Coverstory schrieb. Diese Erkenntnis machte dem Magazin allerdings keine Freude. Thema des Artikels im Mai 2003 war nämlich der unübersehbare Abstieg der amerikanischen Männer zu den Verlierern einer Gesellschaft, die Frauen über Gebühr bevorzuge.

Schuld daran, so "BusinessWeek", seien spezielle Programme an Schulen und Universitäten, die dafür entwickelt wurden, Mädchen in jenen Fächern zu fördern, in denen sie traditionell das Nachsehen hatten. Das Resultat: Frauen erhalten seither sogar in Mathematik, Physik und Chemie bessere Noten als ihre Mitschüler. Diese dagegen seien nach wie vor, mangels Förderung, Nachzügler beim Lesen, Schreiben und Sprachenlernen. Und somit insgesamt die schlechteren Schulabgänger, was sich auf ihre Karrierechancen negativ auswirke.

Weibliches Verhalten kommt heutzutage besser an!
Es ist verdammt cool, ein Trottel zu sein. US-Schulpsychologen warnen vor den Konsequenzen: Der Schulfrust verleite die jungen Männer zu einer Verweigerungsstrategie. Statt sich anzustrengen, richteten sie sich in einer "Bart-Simpson-Kultur" ein. Ihr Motto: Ich bin ein Versager, aber ich bin stolz drauf, denn es ist verdammt cool, ein Trottel zu sein. Die Schlussfolgerung, die Gesellschaft habe durch übermäßige Frauenförderung den Mann ins Abseits befördert, weisen Genetiker allerdings zurück. Sie sehen darin nur einen weiteren Beweis für die Zerstörungskraft des Y-Chromosoms. "Die klassischen Verhaltensweisen der Kerls', die lärmend und auftrumpfend auftreten, bringen sie nicht weiter. Die heutige Gesellschaft belohnt offensichtlich weibliches Verhalten", resümiert Steve Jones.

Vor etwa sieben Millionen Jahren haben sich die Menschen evolutionär von den Affen getrennt. In den Maßstäben von Genetikern gerechnet, war das quasi letzte Woche. Rasch sollte man sich daher etwas für die Rettung des Y-Chromosoms einfallen lassen. Denn sonst ist es in nur 125.000 Jahren, evolutionär betrachtet also schon heute Abend, vorbei mit Adam.


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